- Drei Dinge werden vorbereitet: Papiere, Transport und Pausen.
- In der EU braucht man Mikrochip, EU-Heimtierausweis und Tollwutimpfung; für Großbritannien und Länder außerhalb der EU mindestens zwei Monate vorher prüfen.
- Im Auto ist die feste Box am sichersten, mit einer Pause alle zwei Stunden auf langen Fahrten.
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Mit einem Staffordshire Bull Terrier zu reisen heißt, drei Dinge vorzubereiten: Papiere, Transport und Pausen. Innerhalb der Europäischen Union braucht ein Hund einen Mikrochip, einen EU-Heimtierausweis von einem ermächtigten Tierarzt und eine gültige Tollwutimpfung, verabreicht nach dem Chippen und mindestens 21 Tage vor der Reise; Irland, Finnland, Malta und Norwegen verlangen zusätzlich eine Bandwurmbehandlung vor der Einreise. Im Auto verlangt das italienische Recht, dass der Hund den Fahrer nicht behindert: Am sichersten ist eine crashgetestete Box, im Kofferraum gesichert, danach ein festes Trenngitter, akzeptabel ein richtiges Reisegeschirr am Gurt. Legen Sie alle zwei Stunden eine Pause ein und reisen Sie mit leerem Magen. Lassen Sie den Hund nie im geparkten Auto, nicht einmal fünf Minuten: Für diese Rasse ist Hitze der echte Notfall. Züge, Fähren, Fluggesellschaften und Hotels haben eigene Regeln, die man vor der Buchung prüft. Ein Ratgeber der Zucht Del Piccolo Diavolo, die seit 2013 in Ostellato (Ferrara, Italien) Staffordshire Bull Terrier züchtet.
Reisen mit dem Auto
Ein ungesicherter Hund im Auto gefährdet sich selbst und alle Mitfahrenden. Ein Staffordshire Bull Terrier von siebzehn Kilogramm erzeugt bei einem Aufprall mit fünfzig Stundenkilometern eine Kraft von mehreren hundert Kilogramm. Auch das italienische Recht ist eindeutig: Artikel 169 der Straßenverkehrsordnung verlangt, dass Tiere so befördert werden, dass sie das Fahren nicht behindern, in einer Box, in einem durch ein geeignetes Gitter abgetrennten Bereich oder angeschnallt, mit Bußgeldern von 87 bis 345 Euro.
Am sichersten ist eine crashgetestete Box im Kofferraum, idealerweise selbst verankert. Ein festes Trenngitter ist die nächstbeste Lösung. Ein am Sicherheitsgurt befestigtes Geschirr ist vertretbar und weit besser als nichts, sofern es ein echtes Reisegeschirr mit breiter Brustpolsterung ist und kein gewöhnliches Führgeschirr an einem Gurtband.
Die drei Systeme im Vergleich:
| System | Vorteile | Nachteile | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Feste Transportbox | Höchste Sicherheit, hält den Hund bei einem Unfall | Sperrig, 80-150 Euro | Lange Reisen, Welpen |
| Reisegeschirr + Gurt | Günstig, 25-40 Euro, der Hund sieht hinaus | Geringerer Schutz | Kurze und mittlere Strecken |
| Trenngitter im Kofferraum | Bewegungsfreiheit | Weniger Schutz als eine Box | Nur Kombi und SUV |
Für diese Rasse gilt eine besonders ernste Warnung: lassen Sie den Hund niemals im geparkten Auto, nicht 5 Minuten, nicht bei geöffnetem Fenster, nicht im Schatten. Ein kompakter, muskulöser Hund, besonders mit dunklem Fell, erreicht eine gefährliche Körpertemperatur weit schneller, als die meisten Halter glauben, und die Innentemperatur eines geparkten Autos steigt im italienischen Sommer binnen einer Viertelstunde um zwanzig Grad.
Reiseübelkeit vorbeugen und behandeln
Reisekrankheit ist bei Welpen häufig und bessert sich meist mit dem Alter. Sie wird durch Angst verstärkt, und die Verknüpfung mit Erbrechen wird schnell gelernt: Die ersten Fahrten wiegen deshalb besonders schwer.
Fahren Sie mit leerem Magen oder mit einer sehr kleinen Mahlzeit 3 Stunden vorher. Positionieren Sie den Hund so, dass er nach vorn schaut und den Horizont sieht; deshalb funktioniert eine Box im Kofferraum mit Blick durch die Rücksitze besser als der Fußraum. Halten Sie den Innenraum kühl und ruhig, lüften Sie, statt die Klimaanlage aufzudrehen, und halten Sie alle 2 Stunden an.
Bauen Sie Toleranz gezielt auf: erst im stehenden Auto mit ausgeschaltetem Motor sitzen und belohnen, dann eine Zweiminutenfahrt, die an einem angenehmen Ort endet, dann 5 Minuten. Ziel ist, dass die meisten Fahrten in einem Park enden und nicht beim Tierarzt.
Flugreisen
Hier zählt die Rasse enorm, und hier kursieren besonders viele Fehlinformationen. Viele Fluggesellschaften stufen den Staffordshire Bull Terrier als brachyzephal oder als Listenhund ein und befördern ihn nicht im Frachtraum, in mehreren Fällen ganzjährig nicht. Andere verhängen Sommersperren für alle kurznasigen Rassen wegen des erhöhten Risikos für Atemnot und Todesfälle im Frachtraum.
Praktisch heißt das: prüfen Sie die aktuelle Politik der konkreten Fluggesellschaft vor der Buchung, nicht danach. Liegt der Hund samt Transportbox unter der Kabinengrenze, ist die Kabine weit sicherer als der Frachtraum. Buchen Sie den frühesten oder spätesten Flug, wählen Sie Direktverbindungen und verwenden Sie eine IATA-konforme Box, in der der Hund seit Wochen zu Hause schläft.
Sedierung ist bei Flugreisen kontraindiziert und bei den meisten Fluggesellschaften untersagt. Beruhigungsmittel dämpfen Atmung und Wärmeregulation, genau die falsche Wirkung im Frachtraum, in der Höhe, bei Stress und Hitze.
Dokumente für Reisen in Europa
Innerhalb der Europäischen Union braucht ein Hund einen Mikrochip, einen EU-Heimtierausweis von einem ermächtigten Tierarzt und eine gültige Tollwutimpfung, die nach dem Chippen und mindestens einundzwanzig Tage vor der Reise erfolgt sein muss. Diese Wartefrist wird am häufigsten übersehen und lässt sich nicht verkürzen.
Manche Länder verlangen mehr: eine tierärztlich verabreichte Bandwurmbehandlung zwischen vierundzwanzig und hundertzwanzig Stunden vor der Einreise gilt für Irland, Finnland, Malta und Norwegen. Und für diese Rasse besonders wichtig: Manche Länder beschränken ihn: In Deutschland zum Beispiel darf ein Staffy nicht eingeführt werden, um dort zu leben, ein Urlaub von bis zu vier Wochen ist dagegen erlaubt. Prüfen Sie die Rassegesetzgebung des Ziellandes ebenso sorgfältig wie die Gesundheitsvorschriften; sie steht auf der Seite Staffy und Gesetz.
Für Welpen, die im Ausland leben werden, bereiten wir Heimtierausweis, Impfungen und erforderliche Behandlungen vor und weisen die Familien offen auf Beschränkungen im Zielland hin: beim ersten Gespräch, nicht bei der Übergabe.
Bahn, Fähre und öffentlicher Verkehr
In Italien reisen mittlere und große Hunde bei Trenitalia und Italo an der Leine und mit Maulkorb während der ganzen Fahrt, mit eigener Fahrkarte; bei Italo nur in bestimmten Bereichen des Zuges, also bei der Buchung nachfragen. Fährgesellschaften handhaben es sehr unterschiedlich: manche erlauben Hunde in der Kabine, andere verweisen sie in Zwinger an Deck, was im Sommer für diese Rasse ein echtes Wohlbefindensproblem ist. Fragen Sie bei der Buchung ausdrücklich nach klimatisierten Zwingern oder tierfreundlichen Kabinen.
Hotels und gut ankommen
Buchen Sie eine Unterkunft, die Hunde wirklich willkommen heißt, und stellen Sie zwei Fragen: ob der Hund allein im Zimmer bleiben darf und ob es beschatteten Außenbereich gibt. Ein Staffordshire Bull Terrier, der allein in einem fremden Zimmer bleibt, bellt häufig.
Nehmen Sie das eigene Bett und die eigenen Näpfe mit, das gewohnte Futter und davon reichlich: ein Futterwechsel an einem fremden Ort erzeugt genau die Verdauungsprobleme, die Sie nicht brauchen. Notieren Sie vor der Abfahrt Adresse und Telefonnummer einer Tierarztpraxis am Zielort und führen Sie den Heimtierausweis bei den eigenen Papieren mit, nicht im Gepäck.
Eine Checkliste vor jeder langen Reise
Heimtierausweis und Impfnachweis bei den eigenen Papieren. Die Mikrochipnummer zusätzlich an anderer Stelle notiert. Genug vom gewohnten Futter für die ganze Reise plus 2 Tage. Wasser und ein Faltnapf in Reichweite, nicht im Kofferraum. Das eigene Bett des Hundes. Ein aktuelles Foto auf dem Handy, wichtig, wenn der Hund im Ausland verloren geht. Die Adresse einer Tierarztpraxis am Ziel. Und für Sommerreisen eine Kühlmatte und ein Plan, wo der Hund um die Mittagszeit sein wird.
Beurteilen Sie die Reise schließlich nach dem Hund, nicht nach der Route. Vierzehn Stunden Autofahrt im August mit einem muskulösen Hund, der unter Hitze leidet, sind eine schlechte Idee, egal wie gut Sie ausgerüstet sind. Die Strecke auf 2 Tage zu verteilen oder nachts zu fahren ist kein Luxus: bei dieser Rasse ist es der Unterschied zwischen Urlaub und Notfall.