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Standards und Blutlinien

Unterschied Staffy, Pitbull, Amstaff

Wie man die drei Rassen unterscheidet, mit bloßem Auge und auf dem Papier

📅 19. November 2025 ⏱️ 9 Min. Lesezeit
Auf einen Blick
  • Sie haben denselben Ursprung, sind heute aber drei verschiedene Rassen.
  • Der Staffy ist der kleinste (bis 17 kg); der Amstaff erreicht 32 kg; der Pit Bull ist von der FCI nicht anerkannt.
  • Einen „Pit Bull“ mit ENCI-Ahnentafel gibt es nicht, und keine der drei Rassen ist in Italien verboten.
Auf dieser Seite
  1. Warum werden diese Rassen verwechselt?
  2. Die Herkunft: ein gemeinsamer Vorfahr
  3. Körperlicher Vergleich: die Tabelle der Unterschiede
  4. Unterschiede in Charakter und Wesen
  5. Rechtslage und Anerkennung
  6. Welche Rasse wählen?
  7. Häufige Fragen

Staffordshire Bull Terrier, American Staffordshire Terrier und American Pit Bull Terrier stammen vom selben Schlag ab, den Bull and Terriers des England im 19. Jahrhundert, sind heute aber drei verschiedene Rassen. Der Staffordshire Bull Terrier ist der kleinste, mit höchstens 17 kg, und von der FCI mit dem Standard Nr. 76 anerkannt. Der American Staffordshire Terrier ist größer und schwerer, bis 32 kg bei Rüden, und von der FCI mit dem Standard Nr. 286 anerkannt. Der American Pit Bull Terrier, dessen Gewicht stark zwischen 15 und 27 kg schwankt, wird von den amerikanischen Registern UKC und ADBA geführt, aber nicht von der FCI: Deshalb kann der ENCI in Italien für ihn keine Ahnentafel ausstellen, und einen „Pit Bull“ mit ENCI-Ahnentafel gibt es nicht. Keine der drei Rassen ist in Italien verboten. Ein Ratgeber der Staffordshire Bull Terrier Zucht Del Piccolo Diavolo, seit 2013 in Ostellato (Ferrara, Italien).

Warum werden diese Rassen verwechselt?

Die Verwechslung von Staffordshire Bull Terrier, American Pit Bull Terrier und American Staffordshire Terrier ist sehr verbreitet, nicht nur bei Laien, sondern auch in den Medien und manchmal in Behörden. Sie hat konkrete Folgen: schlecht geschriebene Gesetze, unbegründete Vorurteile und Schwierigkeiten für die Halter.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Alle drei Rassen stammen vom selben Schlag ab: den „Bull and Terrier“ des England im 19. Jahrhundert, Kreuzungen aus Bulldoggen und verschiedenen Terriern. Sie teilen daher ein gemeinsames Erbgut und einige ähnliche körperliche Merkmale: breiter Kopf, kräftiger Kiefer, muskulöser Körper.

Die Medien benutzen gern den Sammelbegriff „Pitbull“ für jeden Hund vom Bull-Typ, gleich welcher Rasse. Ist ein molossoider Hund in einen Vorfall verwickelt, wird die Rasse selten richtig bestimmt, und das nährt verallgemeinernde Klischees.

Auch die Alltagssprache hilft nicht: In Italien wird „Pitbull“ oft als Oberbegriff für jeden muskulösen Hund mit breitem Kopf verwendet, obwohl der American Pit Bull Terrier eine bestimmte Rasse ist (und zudem eine, die die FCI nicht anerkennt).

Die Herkunft: ein gemeinsamer Vorfahr

Um die Unterschiede zwischen diesen Rassen zu verstehen, lohnt ein kurzer Blick auf ihre gemeinsame Geschichte und darauf, wo sich ihre Wege trennten.

England im 19. Jahrhundert: die Bull and Terrier

Im England des 19. Jahrhunderts waren Tierkämpfe beliebt. Die Bull and Terrier entstanden aus der Kreuzung von Bulldogge (Kraft, Griff) und Terrier (Wendigkeit, Zähigkeit). Diese Hunde wurden für das Bullenbeißen eingesetzt und später, nach dem Verbot von 1835, für Hundekämpfe.

Aus diesem gemeinsamen Schlag entwickelten sich mehrere Linien, aus denen die heutigen Rassen hervorgingen.

Der Staffordshire Bull Terrier: die britische Rasse

Der Staffordshire Bull Terrier entstand in der Grafschaft Staffordshire in England. 1935 wurde er vom britischen Kennel Club offiziell anerkannt. Der Standard wurde geschrieben, um die Merkmale der traditionellen Hunde der englischen Arbeiterschicht zu bewahren, mit Betonung auf einem ausgeglichenen Wesen und der Eignung für das Familienleben.

Die FCI (Fédération Cynologique Internationale) erkennt den Staffordshire Bull Terrier mit dem Standard Nr. 76 an, in Gruppe 3 (Terrier), Sektion 3 (Bullartige Terrier).

Die amerikanischen Rassen: Pit Bull und Amstaff

Im 19. Jahrhundert brachten britische Auswanderer viele Bull and Terrier nach Amerika. In den Vereinigten Staaten entwickelten sich diese Hunde in zwei Richtungen:

Staffy mit Vorführerin auf einer Ausstellung
Staffy auf einer Ausstellung

American Pit Bull Terrier (APBT): 1898 vom UKC (United Kennel Club) anerkannt und von der ADBA (American Dog Breeders Association). Der UKC wurde eigens gegründet, um diese Rasse zu registrieren. Der APBT ist weder von der FCI noch vom AKC (American Kennel Club) anerkannt.

American Staffordshire Terrier: 1936 erkannte der AKC eine „Ausstellungsversion“ der amerikanischen Pit Bulls unter dem Namen „Staffordshire Terrier“ an, 1972 umbenannt in „American Staffordshire Terrier“, um ihn vom britischen Staffy abzugrenzen. Die FCI erkennt ihn mit dem Standard Nr. 286 an.

📜 Historische Randnotiz

In den ersten Jahren waren viele Hunde gleichzeitig als APBT beim UKC und als American Staffordshire Terrier beim AKC eingetragen. Die beiden Rassen teilen daher ein fast identisches Erbgut; der Unterschied ist, dass der Amstaff für Ausstellungen selektiert wurde und der APBT für die „Leistung“.

Körperlicher Vergleich: die Tabelle der Unterschiede

Hier die konkreten körperlichen Unterschiede zwischen den drei Rassen. Die Tabelle fasst die wichtigsten Merkmale zusammen. Der FCI-Standard des Amstaff legt kein Gewicht fest: Der Wert in der Tabelle ist das übliche Gewicht.

Merkmal Staffordshire Bull Terrier American Pit Bull Terrier American Staffordshire Terrier
Größe Rüden 35,5 - 40,5 cm 45 - 53 cm 45,7 - 48,2 cm
Größe Hündinnen 35,5 - 40,5 cm 43 - 50 cm 43 - 46 cm
Gewicht Rüden 12,7 - 17 kg 15 - 27 kg 25 - 32 kg
Gewicht Hündinnen 11 - 15,4 kg 13 - 23 kg 18 - 25 kg
Kopf Kurz, breit, tiefer Schädel Mittellang, flacher Schädel Mittellang, sehr breit
Fang Kurz Mittel, eckig Mittel, oben abgerundet
Ohren Rosenohren oder halb aufgerichtet Hoch angesetzt, kupiert oder natürlich Hoch angesetzt, kupiert oder natürlich
Körper Kompakt, muskulös, kurz gekoppelt Athletisch, wendig, muskulös Kräftig, muskulös, gedrungen
FCI-Anerkennung ✅ Standard Nr. 76 ❌ Nicht anerkannt ✅ Standard Nr. 286
ENCI-Anerkennung ✅ Ja ❌ Nein ✅ Ja
Herkunftsland Großbritannien Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Wie man sie auf einen Blick unterscheidet

Der Staffordshire Bull Terrier ist der kleinste und kompakteste. Sein Kopf ist im Verhältnis zum Körper breit und kurz, mit sehr ausgeprägten Backen. Der Körper ist kurz gekoppelt, muskulös, aber nicht übertrieben. Höchstgewicht 17 kg. Er ist der einzige, dessen Ohren nie kupiert werden.

Der American Pit Bull Terrier ist mittelgroß, höher und schlanker als der Staffy. Sein Körper ist athletisch, eher auf Wendigkeit als auf Masse gebaut. Das Gewicht schwankt stark (15-27 kg).

Der American Staffordshire Terrier ist der größte und massigste. Er hat einen sehr breiten Kopf und einen kräftigen, muskulösen Körper. Rüden wiegen bis 32 kg.

Unterschiede in Charakter und Wesen

Staffordshire Bull Terrier

Der FCI-Standard beschreibt den Staffy als traditionell von unbezwingbarem Mut und Zähigkeit, hochintelligent und anhänglich, besonders gegenüber Kindern. Der Staffy ist für seine starke Bindung an seine Menschenfamilie bekannt, so sehr, dass er den Spitznamen „Nanny Dog“ trägt.

Staffordshire Bull Terrier Welpe
Staffy-Welpe

American Pit Bull Terrier

Der APBT wurde historisch auf „Gameness“ (Zähigkeit, Entschlossenheit) und Athletik selektiert. Der UKC-Standard beschreibt ihn als kräftig, selbstsicher und voller Lebensfreude. Er glänzt in Hundesportarten wie Weight Pulling, Agility und Obedience.

American Staffordshire Terrier

Der Amstaff, auf Ausstellungen hin selektiert, hat meist ein etwas ruhigeres Wesen als der APBT.

🐕 Ein Hinweis zum Wesen

Das Wesen eines einzelnen Hundes hängt weit mehr von seiner konkreten Genetik (Blutlinien), der Sozialisierung und der Erziehung ab als von der Rasse an sich. Die Wahl des Züchters und der Einsatz des Halters sind entscheidend.

Rechtslage und Anerkennung

In Italien

Staffordshire Bull Terrier: vom ENCI anerkannt. Welpen von eingetragenen Eltern haben eine ENCI-Ahnentafel (LOI, das italienische Zuchtbuch). Keine besonderen Einschränkungen.

American Staffordshire Terrier: vom ENCI anerkannt. Gleiche Lage wie beim Staffy.

American Pit Bull Terrier: nicht anerkannt, weder vom ENCI noch von der FCI. In Italien gibt es keine offizielle Ahnentafel.

⚠️ Vorsicht bei „Pit Bulls“ ohne Ahnentafel

In Italien kann ein als „Pit Bull“ verkaufter Hund keine ENCI-Ahnentafel haben, weil die Rasse nicht anerkannt ist. Viele als „Pit Bull“ verkaufte Hunde sind in Wirklichkeit Mischlinge verschiedener Art. Wer einen Hund vom Bull-Typ mit Garantien sucht, sollte sich an Staffy-Welpen oder Amstaffs aus ENCI-Zuchten halten.

Welche Rasse wählen?

Diese Seite dient dazu, die drei Rassen zu unterscheiden und zu verstehen, was das Gesetz sagt. Wer den Pit Bull schon ausgeschlossen hat und zwischen Staffy und Amstaff wählen muss, findet im eigenen Ratgeber die konkreten Fragen zu Platz, Erfahrung und Alltag: welche der beiden Rassen zu Ihnen passt.

Die Zucht Del Piccolo Diavolo züchtet nur den Staffordshire Bull Terrier: eine Rasse mit klarem FCI-Standard, Gentests auf L2-HGA und HC und einer Größe, die zum Leben im Haus passt.

Häufige Fragen

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Staffy und Pit Bull?

Der Unterschied, der zuerst zählt, ist rechtlich, nicht optisch: Der Staffordshire Bull Terrier ist eine von der FCI anerkannte Rasse mit genauem Standard und Zuchtbuch, während der Pit Bull in Italien keine anerkannte Rasse ist und keine ENCI-Ahnentafel ihn bescheinigt. Wer einen Pit Bull mit Ahnentafel verkauft, verkauft etwas anderes. Körperlich ist der Staffy deutlich kleiner: 35,5-40,5 cm Widerristhöhe und 12,7-17 kg beim Rüden, gegenüber einer viel größeren Bandbreite bei Hunden, die Pit Bull genannt werden und über dreißig Kilo wiegen können. Kompakt, mit kurzem, breitem Kopf und gedrungenem Körperbau, ist der Staffy der kleinste der drei.

Sind American Staffordshire Terrier und Pit Bull dieselbe Rasse?

Sie haben gemeinsame Wurzeln, sind heute aber zwei verschiedene Dinge, und der Unterschied liegt in der Anerkennung. Der American Staffordshire Terrier ist von der FCI anerkannt, mit Standard und Zuchtbuch: 46-48 cm beim Rüden, meist 25-32 kg: höher als der Staffy und mit längerem Fang. Der American Pit Bull Terrier wird von amerikanischen Registern wie UKC und ADBA anerkannt, aber nicht von der FCI und damit auch nicht vom ENCI. In Italien ist ein als Pit Bull verkaufter Hund praktisch ein Hund ohne anerkannte Ahnentafel und mit nicht überprüfbarer Abstammung. Das ist keine Formsache: Ohne Zuchtbuch lassen sich weder die Eltern noch die Gentests noch die Zahl der Würfe zurückverfolgen.

Kann ich in Italien einen Pit Bull mit Ahnentafel haben?

Nein, nicht in dem Sinn, der meist gemeint ist. Der ENCI stellt Ahnentafeln nur für von der FCI anerkannte Rassen aus, und der American Pit Bull Terrier gehört nicht dazu. Es gibt Bescheinigungen privater Register oder ausländischer Vereine, aber sie gelten in Italien nicht als offizielle Ahnentafel und berechtigen nicht zur Teilnahme an FCI-Ausstellungen. Wer Ihnen einen Pit Bull mit Ahnentafel anbietet, verwendet den Namen entweder falsch für einen Amstaff oder zeigt Ihnen ein Dokument, das nicht ist, wonach es aussieht. Die Prüfung ist einfach: Auf der ENCI-Urkunde stehen die Zuchtbuchnummer und die Rasse ausgeschrieben, und die Nummer lässt sich ausgehend vom Mikrochip des Hundes kontrollieren.

Welche der drei Rassen eignet sich am besten für Kinder?

Die Frage ist besser umgekehrt gestellt: Keine Rasse eignet sich ohne Aufsicht eines Erwachsenen für Kinder, und keine unabhängig vom einzelnen Hund. Davon abgesehen hat der Staffordshire Bull Terrier den gefestigtsten Ruf als Familienhund, und er ist auch der kleinste der drei, was im Haus zählt: Ein Hund von 15 Kilo, der hochspringt, ist das eine, einer von 30 das andere. Entscheidend ist aber nicht die Rasse, sondern die Auswahl der Elterntiere, die ersten Lebenswochen und die Regeln, die die Familie aufstellt. Ein gut selektierter und gut aufgezogener Amstaff ist verlässlicher als ein zufällig entstandener Staffy.

Sind diese Rassen in Italien verboten?

Nein. In Italien gibt es seit 2009 keine Liste gefährlicher Rassen mehr: Damals hob eine Verordnung des Gesundheitsministeriums die Liste auf und verlagerte die Verantwortung von der Rasse auf den Halter. Weder der Staffordshire Bull Terrier noch der American Staffordshire Terrier unterliegen auf nationaler Ebene Verboten oder besonderen Pflichten. Möglich bleiben strengere örtliche Regeln einzelner Gemeinden oder Hausordnungen, und andere europäische Länder haben eigene Regeln, die man vor einer Reise prüfen sollte. Für alle Hunde gilt: Leinenpflicht an öffentlichen Orten, ein mitgeführter Maulkorb, der auf Verlangen anzulegen ist, und die zivil- und strafrechtliche Haftung des Halters für verursachte Schäden.

Welche Rasse ist für Anfänger am leichtesten zu führen?

Von den dreien ist der Staffordshire Bull Terrier die vernünftigste Wahl für den ersten Hund, vor allem wegen der Größe: Fünfzehn Kilo lassen sich auch dann halten, wenn etwas schiefgeht, dreißig viel weniger. Er lernt außerdem schnell und verzeiht die Fehler von jemandem, der selbst noch lernt. Leicht heißt aber nicht selbstverständlich: Es sind alles Terrier vom Bull-Typ, mit einer gewissen Reaktivität gegenüber anderen Hunden, die über frühe Sozialisierung gesteuert werden muss, und mit einem Energieniveau, das tägliche Ausgänge verlangt. Wer als Anfänger diese Rasse wählt, sollte eine Grundschule für Hunde einplanen und einen Züchter, der auch nach der Abgabe erreichbar bleibt.

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